Ausstellungsansicht „Gerhard Richter. 100 Werke für Berlin“. In einem langen Raum hängen an der rechten weißen Wand drei große abstrakte Gemälde. Gegenüber auf der linken Seite hängen vier dunkle Spiegel. Geradeaus ist ein Durchgang zu einem weiteren Raum
Bild: © Gerhard Richter 2025 / Foto: David von Becker

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Gerhard Richter. 100 Werke für Berlin - Teil 2

Kunst

Neue Nationalgalerie, Berlin 

  17:00 bis 18:00 Uhr

Seit sechs Jahrzehnten setzt sich Gerhard Richter (geboren 1932 in Dresden) mit den Möglichkeiten und Grenzen der Malerei auseinander. Die in der Ausstellung versammelten Kunstwerke rufen das Spannungsverhältnis von Abstraktion und Figuration, zwischen Fotografie und Malerei auf, das Richters gesamtes Schaffen prägt. Seit den 1960er-Jahren stellte sich Richter die Frage, inwiefern Kunst nach dem Holocaust und dem Terrorregime des Nationalsozialismus überhaupt noch möglich ist. Richter, der 1961 aus der DDR in die Bundesrepublik übersiedelte, befasste sich in vielen Arbeiten mit der deutschen Vergangenheit und der eigenen Familiengeschichte. In der Ausstellung sind Foto-Editionen der Gemälde „Tante Marianne“, „Onkel Rudi“ und „Herr Heyde“ (1965) zu sehen, die er nach fotografischen Vorlagen malte und durch das Verwischen der Ölfarbe unscharf machte. Dies war für ihn eine Möglichkeit dem direkten Abbild auszuweichen.

Das zentrale Werk der Ausstellung im Grafischen Kabinett der Neuen Nationalgalerie ist der aus vier großformatigen, abstrakten Bildern bestehende Zyklus „Birkenau“ (2014). Er ist das Ergebnis einer langen und tiefen Auseinandersetzung von Gerhard Richter mit dem Holocaust und dessen Darstellbarkeit. Neben dem Birkenau-Zyklus sind mehr als 90 weitere Arbeiten des Künstlers aus mehreren Schaffensphasen seit den 1980er-Jahren zu sehen, darunter „Besetztes Haus“ (1989) und „4900 Farben“ (2007). Ein weiteres Konvolut umfasst Arbeiten aus der bedeutenden Werkgruppe „Übermalte Fotografien“ (seit 1986). Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler.

Guide: Monika Laude

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