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„Bei Anruf Kultur“: Bundesweit einzigartiger Zugang zu Kultur steht vor dem Aus

Meldung vom 31.03.2026

Tausende Menschen in Deutschland nutzen ein Angebot für kulturelle Teilhabe, das vor dem Aus steht: „Bei Anruf Kultur“. Es bietet insbesondere älteren Personen und Menschen mit Einschränkungen kostenlose Telefonführungen in Museen und mehr. Ab Herbst 2026 kann mit dem in Hamburg gegründeten, bundesweit etablierten Projekt Schluss sein – die Förderung läuft aus, die Anschlussfinanzierung ist nicht gesichert.

Kultureinrichtungen wie Museen, Denkmäler, Kirchen, aber auch Stadtführungen, Rundgänge durch Theater und mehr sind mit „Bei Anruf Kultur“ live per Telefon erlebbar. Besonders ältere Menschen profitieren bei eingeschränkter Sehfähigkeit oder Mobilität, gesundheitlichen Einschränkungen oder großer räumlicher Distanz zu Kulturorten von der kostenfreien, niedrigschwelligen Möglichkeit kultureller Teilhabe.

Das 2021 in Hamburg vom Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg (BSVH) und Büro grauwert gegründete Projekt hat sich von einer regionalen Lösung zum bundesweiten Erfolgsmodell entwickelt. Die Zahlen stimmen, der Erfolg ist messbar, trotzdem ist die Fortführung des Angebots gefährdet.

Grund ist die ungewisse Finanzierung. Im Herbst 2026 endet die Förderung der Aktion Mensch, die 2023 begann. In dem dreijährigen Förderungszeitraum wurden über 500 Telefonführungen mit mehr als 9.000 Teilnehmenden aus rund 130 beteiligten Kultureinrichtungen ermöglicht.

Die fast täglich stattfindenden Telefonführungen sind nahezu alle ausgebucht. Die Nachfrage ist hoch und zeigt, wie groß der Bedarf ist. Das spiegelt sich auch in der aktuellen Befragung unter den Teilnehmenden wider.

  • 56 Prozent der Teilnehmenden fühlen sich stärker am Leben beteiligt.
  • 64 Prozent erleben eine geistige Aktivierung.
  • 35 Prozent berichten von einer höheren allgemeinen Zufriedenheit.

Mit einfacher Technologie - dem Telefon - leistet „Bei Anruf Kultur“ einen konkreten Beitrag gegen Einsamkeit und soziale Isolation im Alter. Ein Thema, das angesichts des demografischen Wandels zunehmend an Bedeutung gewinnt und auch im 9. Altersbericht der Bundesregierung hervorgehoben wird.

Und trotzdem ist im Herbst 2026 Schluss. Zumindest mit der Förderung der Aktion Mensch, was bedeutet, dass die Kosten von jährlich 150.000 Euro selbst getragen werden müssen. Ein Unterfangen, das dringend Unterstützung bedarf.

Deshalb startet das Team eine „Hamburger Rettungsmission für kulturelle Teilhabe“ und ruft Politik, Unternehmen, Stiftungen und engagierte Bürgerinnen und Bürger zur finanziellen Unterstützung auf.

„Kulturelle Teilhabe darf kein Privileg sein, sondern muss allen Menschen offenstehen – unabhängig von ihren körperlichen Möglichkeiten. Mit Angeboten wie ‚Bei Anruf Kultur‘ schafft der BSVH neue Zugänge und setzt Maßstäbe. Hamburg unterstützt das Projekt von Anbeginn und freut sich, dass es inzwischen bundesweit Wirkung zeigt, wofür jede weitere Unterstützung, auch über Hamburg hinaus, natürlich hoch willkommen ist.“, betont der Hamburger Senator für Kultur und Medien und Schirmherr des Projekts, Dr. Carsten Brosda.

Interessierte, die das bundesweit einzigartige Angebot für kulturelle Teilhabe, das nachweislich wirkt und gebraucht wird, retten möchten, wenden sich an das Projektteam unter kontakt@beianrufkultur.de

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